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Bugatti, Mythos des Sportwagenbaus

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Die Geschichte der Automarke Bugatti ist sehr wechselhaft gewesen, begann in Deutschland und ist aktuell wieder einer deutschen Marke zu zuordnen. Wenn man an französische Sportwagen denkt, fallen sicherlich vielen die Modelle von Alpine auch bekannt unter dem Namen Renault Alpine ein und manchen vielleicht auch die doch eher unbekannte Marke MVS Venturi.

Ettore Bugatti, ein gebürtiger Italiener aus Mailand, schaffte es aber, die wohl berühmteste Automarke Frankreichs ins Leben zu rufen. Nachdem er bei verschiedenen anderen Automarken, unter anderem Deutz, gearbeitet hatte, eröffnete er 1909 im Elsass seine eigene Fabrik. Bis zum ersten Weltkrieg kann man somit Bugatti als Automarke Deutschland zuordnen. Nach dem Krieg gehörte das Elsass dann allerdings zu Frankreich.

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Ettore Bugatti konstruierte in seiner Freizeit schon Automobile, bevor er seine Firma gründete. Die meisten davon waren Prototypen und Einzelanfertigungen, eines davon mit einem 13 Liter Motor. Das erste Fahrzeug das in einer kleinen Serie gebaut wurde, das Modell 10, bei Bugatti wurden alle Modelle bis auf eines mit einer zweistelligen Nummer versehen, war durch die Erfahrungen, die er mit den Einzelanfertigungen sammeln konnte, schon sehr ausgereift und erkämpfte mit sportlichen Erfolgen schon viel Prestige für die Marke Bugatti.

Der Nachfolger, das Modell 13, knüpfte nicht nur an diese Erfolge an sonder konnte sie sogar noch ausbauen. Der leichte zweisitzige offene Sportwagen war ansprechend geformt und verkaufte sich auch durch seine Zuverlässigkeit und seinen Erfolgen im Rennsport recht gut. Bei einer Rennsportveranstaltung, bei der das Modell 13 eingesetzt wurde belegte es die ersten vier Plätze. Durch diesen ungeheuren Erfolg kam es auch zu seinem Namen "Brescia", geschuldet der Stadt, in dem dieser Grand Prix stattgefunden hatte.

Ettore Bugatti war auch recht konservativ veranlagt, Veränderungen wurden nur langsam umgesetzt. Dadurch erklärt sich auch, das die Modelle von Bugatti oftmals in ihrer Grundform viele Jahre hergestellt wurden. Das Chassis des Modells 13 schaffte es immerhin über 15 Jahre, wenn auch mit modifizierten Aufbauten unter anderen Bezeichnungen, Modell 15, 17, 22 und 23. Mittlerweile nahm der Einfluss des Sohnes von Ettore Bugatti, Jean Bugatti, immer weiter zu und die Entwicklung der Modelle trug zunehmend mehr die Handschrift von ihm. Eine Entscheidende Neuerung war die Umstellung der Motorisierung der Modelle. Bis dato wurden nur Vierzylinder Motoren verbaut, ab dem Modell 30, auch bekannt als Eight, wurden Achtzylinder Reihen Motoren mit 2000 ccm Hubraum verwendet.

Als Chassis, konservativen Ansichten sei Dank, wurde das Modell 23 verwendet. Vielleicht war es aber gerade diese Mischung, erprobte Technik mit zeitgemäßer Motorisierung, die diese Modellreihe so erfolgreich machte. Vor allem das Modell 35 wurde zum Synonym des erfolgreichen Rennwagen, ab 1927 gab es kaum ein Rennen, bei dem nicht Fahrzeuge mit dem Markenzeichen von Bugatti, dem hufeisenförmigen Kühler, als Sieger brillierten. Über 2000 Siege gehen auf das Konto des Modells 35 und machen es damit wohl zum erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten.

Die handelsüblichen Modelle erhielten einen Reihenachtzylinder mit 2 Liter Hubraum und gut 100 PS, die ausreichten für eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Die Rennwagen allerdings erhielten eine Kompressoraufladung von Roots, einen Hubraum von 2,3 Liter und damit eine Leistungssteigerung auf 150 PS.

Um das Image auch bei weniger Rennsportbegeisterten zu erhöhen und um neue Käuferschichten zu erreichen beschloss Bugatti ein Modell des obersten Luxusklasse herzustellen. Fast hätte man damit das Schicksal der Automarke Bugatti besiegelt. Die Entwicklung des Modells 41, bekannt auch als Royale zielte auf Staatsoberhäupter und Adlige. Jedes Auto eine Spezialanfertigung war der Royale dreimal so teuer wie ein Rolls-Royce. Leider waren die Adligen wenig überzeugt von den bis dato nur sportlich in Erscheinung getretenen Bugatti, kaum ein Wagen konnte verkauft werden. Die Weltwirtschaftskrise tat noch ihr übriges und somit wurden nur sechs dieser über 2,8 Tonnen schweren Unikate hergestellt, die allerdings heute alle noch erhalten sind. Das erste dieser 6,3 m langen Fahrzeuge hatte einen Achtzylinder Reihenmotor mit 14,8 Liter Hubraum und geht zurück auf einen 16 Zylinder Flugzeugmotors des ersten Weltkrieges. Die sechs Fahrzeuge die danach noch gefertigt wurden erhielten einen überarbeiteten Achtzylinder mit nur noch 12.800 ccm Hubraum und 300 PS.

Anstatt den Rolls-Royce, Cadillac, Maybach oder Mercedes-Benz Marktanteile abzujagen, führte das Projekt 41 fast zum Ruin von Bugatti. Lediglich die Motoren fanden später noch Verwendung als Antrieb von Lokomotiven.

Trotz dieses ersten Rückschlages fand Bugatti zum Erfolg zurück und Jean Bugatti schuf kurz vor seinem Tod sein wohl schönstes Modell. Der Typ 57 war wiederum mit einem Reihen Achtzylinder motorisiert, der als DOHC mit zwei Nockenwellen und Kompressoraufladung aus 3,3 Liter Hubraum bis zu 230 PS bereitstellte, die eine Höchstgeschwindigkeit von fast 200 km/h erlaubten. Das wohl spektakulärste Modell dieser Baureihe war das leider nur dreimal gebaute Bugatti Atlantic Coupe, das heute noch das Herz eines jeden Autoliebhabers zum schmelzen bringt. Mit den Modellen 51 und 57 knüpft Bugatti an die Erfolge des siegreichen Modells 30 an.

Piloten wie Chiron, Wimille oder auch Veyron treiben die Konkurrenz zur Verzweiflung, Bugatti hat den Sieg fast schon gebucht. Grand Prix oder auch Langstreckenrennen, wie die 24 Stunden von Le Mans werden fast spielend gewonnen.

Dann aber sinkt der Stern, der frühe Tod des Chefentwicklers Jean Bugatti und die komplett Zerstörung der Fabriken durch den zweiten Weltkrieg lassen die berühmte Marke straucheln. Die Übernahme der Firmenleitung nach dem Tod von Ettore Bugatti 1947 durch seinen ältesten Sohn Roland Bugatti konnte nicht an die Erfolge von vor dem Krieg anknüpfen. Das Modell 101, wo wir bei dem einzigen dreistelligen Modell wären, basierte auf dem erfolgreichen Vorkriegsmodell 57, kombinierte dies aber mit einer ungewöhnlichen Karosserie und einem völlig überzogenen Preis. Lediglich 10 Stück wurden verkauft. Die Fusion mit dem französischen Teil der Edelmarke Hispano-Suiza brachte auch keinen Umschwung, Bugatti musste seine Selbstständigkeit aufgeben und den Automobilbau einstellen.

Ende der 80er Jahre startete der erste Versuch, die berühmte Automobilmarke Bugatti wieder zu beleben. 1987 kaufte der italienische Unternehmer Romano Artioli die Markenrechte an Bugatti und beginnt in der Nähe von Modena mit der Errichtung einer modernen Fabrik. Artioli holt sich bekannte Größen um nichts den Zufall zu überlassen. Der Designer des berühmten Lamborghini Countach kündigt das erste Modell der neu gegründeten Firma Bugatti Automobili SpA an, den gewaltigen Supersportwagen Bugatti EB 110. Vorgestellt wurde er zum 110. Geburtstag des verstorbenen Gründers dieser Marke und die Benennung der ersten beiden Buchstaben gründet sich auf den Namen Ettore Bugatti. Sicherlich wäre auch dieser Stolz auf diesen Boliden gewesen. Eine aggressive Linienführung der Kohlefaserverstärkten Karosserie, die als Antriebsaggregat einen V 12 Block mit 3,5 Liter Hubraum und bis zu 620 PS umschließt, als I-Punkt einen Heckspoiler, der bei höheren Geschwindigkeiten ausfährt und für mehr Anpressdruck sorgt.

Artioli versuchte den Coup, er kaufte 1993 von General Motors die etablierte Sportwagenmarke Lotus ab. Kenner und Fans sahen im nächsten Modell schon eine Verbindung der beiden Edelmarken. Leider kam es nicht soweit, das sehr teure Modell EB 110 traf auf einen Markt, der zu dieser Zeit nicht bereit war für solche Supersportwagen. Nach nur acht Jahren Bestehen musste Bugatti Automobili SpA nach nur knapp 300 produzierten Modellen zum zweiten mal die Pforten schließen, der Alptraum für die Fans wiederholte sich. Die Firma Dauer Racing kaufte die Konkursmasse auf und modifizierte den EB 110 für den amerikanischen Markt, der dort als Dauer EB 110 SS verkauft wurde.

Seit 1998 liegen die Markenrechte von Bugatti bei Volkswagen, die seit diesem Zeitpunkt auf Automessen verschiedene Konzept Cars vorstellten, unter anderem den Bugatti EB 118 und 218 sowie den Bugatti Chiron, benannt nach dem überaus erfolgreichen Rennfahrer Louis Chiron, der von 1926 an auf Bugatti Rennen um Rennen gewann, bis er später, nach dem zweiten Weltkrieg durch den Niedergang von Bugatti zu Alfa Romeo und Mercedes wechselte.

Alle Konzept Cars hatten eines gemeinsam, einen ungewöhnlichen Antrieb durch einen 18 Zylinder Motor. Nach einer langen, technisch schwierigen Entwicklungszeit wurde ein erstes Serienmodell angekündigt. Die 2000 gegründete Bugatti Automobiles S.A.S . stellte den Bugatti EB 18.4 Veyron auf jeder Automesse weltweit vor, der Produktionsbeginn sollte sich allerdings noch Jahre hinziehen. Interessenten sollten hier viel Zeit und noch mehr Geld mitbringen um den potentesten Boliden der Welt erwerben zu können.

Mit dem Bugatti Veyron iat mittlerweile wieder Schluss, nach 450 verkauften Veyron, die für den Mutterkonzern Volkswagen trotzdem ein finanzielles Verlustgeschäft bedeuteten wird erst in den nächsten Jahren ein weiterer Supersportwagen vorgestellt. Dieser dann natürlich mit noch mehr Leistung und wohl auch noch etwas kostenintensiver. Ein Schnäppchen waren die Bugatti Veyron letztlich auch nicht, ca. 2,4 Mill. Euro verlangten die letzten Sondermodelle.

Artikel vom 190807 / Last modified 190415

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