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MVS - Manufacture de Voitures de Sport ; Venturi Paris S.A.

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Venturi 260 LM

Der Sportwagen Venturi 260 LM



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Die französische Firma MVS, die Abkürzung für Manufacture de Voitures de Sport wurde Anfang der 80er Jahre in Cholet gegründet. Ab 1990 erfolgte die Umbenennung zu Venturi, dessen Label eher bekannt ist wie MVS. Unter den Gründungsmitglieder waren auch bekannte Größen der französischen Automobilbranche, wie der Rennfahrer und Ingenieur Jean Rondeau.

Die Automobilenthusiasten befanden, das das Angebot von Sportwagen zu dieser Zeit mit Alpine Renault und Matra eindeutig zu gering besetzt sei.

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Somit kam die erste Entwicklung von MVS 1984, der Prototyp schaffte knapp 250 km/h, angetrieben durch einen Peugeot Motor, mit 2200 ccm Hubraum reichte das den Entwicklern nicht. Eine radikale Änderung des Fahrwerkes und der Austausch des Motors gegen eine Gemeinschaftsentwicklung von PRV, Peugeot-Renault-Volvo, der Leichtmetall V6 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit ohne Aufladung 240 km/h und mit Aufladung 270 km/h aus 2,5 Liter Hubraum mit einer Leistungsausbeuten von 210 bzw. 260 PS.

Das Serienmodell MVS Venturi 210 kommt dann 1986 zur Serienreife, hat ein sportliches, dem Zeitgeist angepasstes Design, Glasfiberkarosserie und damit gute Voraussetzungen sich im Markt der Sportwagen zu etablieren.

Verschiedene Rückschläge zögerten das Projekt jedoch weiter hinaus. Der führende Entwickler Jean Rondeau kommt bei einem Autounfall ums Leben und der finanzielle Background ist nicht gesichert. Trotzdem kann 1987 mit der Produktion begonnen werden. Schon 1989 allerdings muss MVS finanziell von Primeswest France aufgefangen werden. Ab da ging es allerdings aufwärts, der MVS Venturi 210 wird als Coupe und als Cabrio in Serie gebaut.

Einzig der sehr hohe Preis und das ungenügende Image machen der Marke zu schaffen, gegen bekannte Hersteller wie Porsche, Alpine oder Lotus anzutreten erwies sich als sehr schwierig. 1990 erfolgte der Umzug in neue Fertigungshallen und die Umbenennung von MVS in Venturi mit der Vorstellung des Labels, das die französischen Nationalfarben mit einem Adler als Emblem verband.

In Folge brachte man das stark modifizierte Modell Atlantique auf den Markt, welches allerdings nur in sehr geringen Stückzahlen produziert wurde. Ab 1992 versuchte Venturi sein Image zu verbessern durch ein höheres Engagement im Motorsport. Die Gründung einer eigenen Rennserie, der Venturi Trophy und der Einstieg in die Königsklasse über ein Joint Venture mit dem französischen Formel 1 Team Larrousse F1 sollten Fortschritte erzielen.

Das Venturi Larrousse Team, ausgerüstet mit einem V12 von Lamborghini, hatte 1992 den ersten Start beim Grand Prix in Südafrika. Leider hielt diese Verbindung mit Venturi als Konstrukteur nur ein Jahr, der LC 92 war kaum konkurrenzfähig.

Lediglich der elfte Platz in der Konstrukteurswertung mit einem Zähler durch Bertrand Gachot wurde erreicht. Das Formel 1 Debakel wurde schnell vergessen und Venturi entdeckte die GT Serie für sich und konnte auch erste Erfolge in Le Mans feiern. Kurz darauf wurden schon Premiummarken wie Porsche oder Ferrari geschlagen, 1994 gewann das 600 PS Monster von Venturi gegen die erfahrene Konkurrenz die GT Meisterschaft.

Durch die massiven Zuwendungen hin zum Motorsport war es nicht verwunderlich, das Venturi Mitte der 90er Jahre den schnellsten Sportwagen Frankreichs als neuestes Modell präsentierte. Der 400 GT hatte unbestritten seine Wurzeln im Rennsport, genauer gesagt war der 400 GT ein modifizierter Bolide aus der Hauseigenen Ventury Trophy.

Entwickelt und gebaut, um den Supersportwagen dieser Zeit Marktanteile und Käufergunst streitig zu machen, ging der 400 GT auf die Jagd nach den Ferraris, Lamborghinis, Lotus und Corvettes.

Die Motorisierung war schon wie aus dem Trophy bekannt, ein stark modifizierter V6 mit drei Litern Hubraum aus dem PSA Konzern. Mächtig aufgeblasen wurde die Leistung durch die Zwangsbeatmung eines Twin-Turbos, der für eine Leistung von gut 400 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 300 km/h sorgte. Überhaupt waren die Anleihen aus dem Formel 1 Motorsport nicht zu übersehen, wohl dimensionierte Bremsen aus Karbon und überbreite Reifen sorgten auch für einen brachialen Abbau des Vortriebs. Der 400 GT war damit das schnellste Serienfahrzeug aus französischer Produktion.

Das Image hätte nicht besser sein können, der Verkauf schon, auch der schnell nachgeschobene neue Atlantique konnte kaum absatztechnische Erfolge erzielen. Damit geriet die Firma Venturi nicht zum ersten mal in finanzielle Schieflage. Auch der neue GT, präsentiert als Alpine vom Markt ging, brachte nicht die Luft zum atmen.

Im Frühjahr 1996 wird Venturi von der thailändischen Nakarin Benz Gruppe aufgekauft. Damit einhergehend eine neue Firmierung, Venturi Paris S.A., die Ziele bleiben allerdings gleich. Der neue Besitzer strafft allerdings die Produktpalette und konzentriert die Herstellung auf den 400 GT und das Modell Atlantique mit Bi-Turbo. Doch auch die neuen Besitzer können die Marke nur vier Jahre, bis zu einem weiteren finanziellen Kollaps 2000 retten.

Erst 2001 findet sich der Mann, der Venturi zum dritten mal gründet und auf neue Wege führt, die das Unternehmen bis heute erfolgreich beschreiten kann. Gildo Pallanca Pastor übernimmt die Geschicke der nun neu benannten Firma Venturis Automobiles, das Hauptaugenmerk wird ab diesem Zeitpunkt auf die Erforschung und Vermarktung alternativer Antriebe gelegt.

Nacheinander erblicken der Fetish, der erste Sportwagen der Welt mit Elektroantrieb, der Eclectic und der Astrolab, ein Hybridfahrzeug, das Licht der Welt.

Mehr zu diesen Richtungweisenden Entwicklungen finden sie auf der Herstellerseite von Venturi.

Artikel vom 031107 / Last modified xxxxxx

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