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Baur Karosserie- und Fahrzeugbau, Stuttgart

Markenlogo Baur

Das Logo von Baur

Baur TC3 Prototyp

Prototyp Baur TC3, Basis BMW E30
Prototyp Baur TC3, Seitenansicht
Studie Baur TC3, Heckansicht



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Die Automobilmarke Baur, gegründet 1909 in Stuttgart, wo Sie bis zum Ende 1999 ansässig war, kann streng genommen nicht als eine eigenständige Automobilmarke klassifiziert werden, da sie sich doch ähnlich Zagato oder Ghia als Karosseriebauer und Designer im Fahrzeugbau verdient machte, jedoch selbst keine kompletten Eigenentwicklungen herstellte.

Entscheidend für den Aufstieg von Baur war zum einen die wachsende Popularität der Automobile und die Technikbesessenheit von Baur. Schon Karl Baur Senior legte den Grundstein mit der Erfindung und Patentierung eines umlegbaren Verdeckes.

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Ein Novum zu einer Zeit als entweder geschlossene Fahrzeuge oder komplett offene ohne Wetterschutz den zugegeben noch kleinen Markt der Automobile bestimmten.

Die großen der Branche wurden Kunde bei Baur, anfänglich zum Großteil Karosserien, die zu dieser Zeit noch nach Wünschen und Angaben der Kunden Maßgeschneidert wurden und bei denen das umlegbare Verdeck sehr gut ankam, kamen später auch Entwicklungen und die Prototypenfertigung für die jeweiligen Automarken hinzu.

Mercedes - Benz, Info» Wanderer und Horch ließen bei Baur fertigen, Maybach 1927 seinen legendären 12 Zylinder von Baur mit einer Karosserie versehen und Baur führte nur ein Jahr später mit als erste in Deutschland das industrielle Punktschweißen ein, um den Aufträgen der Automobilmarken mit einem Höchstmaß an technischen Fortschritt gerecht zu werden.

Der Name Baur wurde recht schnell international so bekannt, das auch ausländische Marken wie Lancia und Ford Modelle von Baur entwickeln und teilweise produzieren ließen.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Produktion hautsächlich auf LKW Teile, Ersatzteile und Baugruppen der Funkfernmeldetruppen umgestellt was auch den Grund für die fast komplette Zerstörung des Firmensitzes durch die Alliierten darstellte.

Nach dem Krieg begann wie überall in Deutschland der Wiederaufbau, Modelle von BMW und DKW wurden in der Nachkriegszeit Kriegsbedingt oft mit neuen Karosserien von Baur ausgestattet, da die alten zerstört, zerschossen waren.

Bis zum Ende der Auto Union unter deren Dach auch Info» DKW firmierte, wurden noch die Karosserien und Karosserieteile des DKW F10 und F12 bis 1962 gefertigt. Noch länger sogar die Sportversionen des einzigsten Modell das unter dem Schirmlabel vermarktet wurde, der Auto Union 1000S.

Da es DKW nach dem zweiten Weltkrieg als Marke im Osten nicht mehr und im Westen nur kurzzeitig gab, wurde der beste und zeittechnisch längste Kunde die Bayerischen Motoren Werke. Designentwürfe, Karosserien und Umbauten prägen die mehr oder weniger erfolgreiche Zusammenarbeit.

Auch Audi, Porsche, Panhard, Maico und Bitter ließen bei Baur fertigen und entwickeln, die erfolgreichste Zusammenarbeit über mit Unterbrechungen weit über 60 Jahre war die mit Info» BMW.

Erfolgreich nicht nur vom Standpunkt der Ästhetik, Baur stand seit seiner Firmengründung für Qualität, der auch ein Design untergeordnet wurde. Die Schwankungen der Effizienz waren größtenteils ökonomischer Art, verstanden es doch die Hersteller recht gut, das finanzielle Risiko und den Aufwand bei der Schaffung neuer Modelle auszulagern. Meist auf die Schultern der mittelständischen Karosseriebauer, die auf die Aufträge der Industrie angewiesen waren.

Dazu gehörte schlussendlich auch Baur, deren Federführung solche Modelle wie der BMW M1 die Modellreihe E30 mit verschiedenen Kleinserienablegern und der E 36 Reihe zu verdanken sind.

Der Baur TC 3, der als Designstudie auf Basis eines BMW 325, von Baur entwickelt wurde war das vorletzte Modell das 1986 den Bayerischen Motorenwerken vorgestellt wurde. Bei der Vorstellung noch positiv beurteilt folgte kurz danach eine Absage, aus der wiederum das georderte Modell BMW Z1 wurde, für das Baur schlussendlich den Rahmen und die Endmontage beisteuern konnte. Ein Erfolgsmodell bis zur Produktionseinstellung 1991.

Baur konnte den Z1 Roadster ökonomisch als einen vollen Erfolg verbuchen, wurden doch von dem exotischen Sportwagen der mit offenen, weil versenkbaren Türen gefahren werden durfte, genau 8.000 Stück mit dem Rahmen von Baur gebaut.

Doch wo heute noch finanziell die Zukunft gesichert erscheint kann es in der Automobilbranche sehr schnell bergab gehen. Mit der letzten Entwicklung, Firmenintern TC4, sollte die Karosseriebaulegende Baur in ein straucheln geraten aus der sich die Marke nicht wieder erholen würde.

Die Entwicklung eines mit BMW abgesprochenen Modells auf Basis der Baureihe E36, der Dreierreihe gebaut von 1990 bis 2000, als ein modernes Landaulet ausgeführtes Cabrio, bei dem wahlweise geschlossen, offen, halb offen vorn und hinten möglich war und bei dem das Dach als Targa Version abnehmbar war kostete viel Zeit, über zwei Jahre und viele Ressourcen.

Ein angestrebtes Verkaufsziel des viertürigen E36/4/Cab von etwa 500 Einheiten jährlich konnte nie erreicht werden, von 1992 bis zur Einstellung 1996 wurden etwas über 300 Fahrzeuge verkauft. Das Landaulet Modell erwies sich durch die sehr hohen Entwicklungskosten geschuldet dem Perfektionismus der Gebrüder Baur als Fallstrick.

Nachdem sich Baur von dem finanziellen Niedergang nicht mehr erholen konnte, wurde es 1999 durch IVM Automotive übernommen, unter deren Hoheit zwar noch die Auftragsarbeit eines Mercedes G Cabrios Prototypen als Einzelstück fertiggestellt wurde, Baur aber in Folge im IVM Firmenverbund aufgelöst wurde.

Artikel vom 021214 / Last modified 010515

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