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Clément-Talbot Ltd., eine wechselhafte Geschichte

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Die Marke Talbot kann auf eine äußerst wechselvolle Geschichte zurück blicken, Talbot wechselte wie kaum eine zweite Automarke die Besitzer und Anteilsinhaber.

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Gegründet 1903 unter dem Namen Clément-Talbot Ltd. vom britischen Adligen Graf von Shrewsbury and Talbot, war die Zielsetzung eigentlich Automobile der französischen Marke Clément nach England zu importieren.

Schon 1904 wurden diese Modelle nur noch unter dem Namen Talbot verkauft. Die erste Eigenentwicklung von Talbot wurde schon 1906, ausschließlich mit eigens entworfenen Teilen angeboten. Die Modelle wurden sehr beliebt, so dass sich Talbot schon acht Jahre später nochmals vergrößern musste und eine moderne Fabrik einweihte, um die bestellten Automobile auch liefern zu können.

Talbot befand sich weiter auf Erfolgskurs, als die Absatzzahlen zu Ende des ersten Weltkrieges einbrachen und Talbot seine Unabhängigkeit schon ein Jahr nach Ende des ersten Weltkrieges verlor.

Der zu dieser Zeit erfolgreiche französische Automobilkonzern Darracq übernahm Talbot um den Absatz auch auf dem britischen Markt zu steigern. Das erste neue Modell nach der Übernahme war im Grunde genommen ein Darracq , der auf der Basis eines Modells von Talbot entwickelt wurde und ausgerüstet mit einer 1000 ccm Maschine von Darracq als Talbot 10 mit 23 PS verkauft wurde.

Anfang des darauf folgenden Jahres übernahm Darracq auch die für ihre Erfolge im Motorsport berühmte britische Marke Sunbeam und gründete daraus Ende 1920 das Konsortium STD, Sunbeam-Talbot-Darracq. Ob Sunbeam feindlich übernommen oder STD freiwillig beigetreten ist, kann heute nicht mehr genau geklärt werden.

Die Modelle des Konzerns wurden in Frankreich als Talbot und in England als Darracq oder auch Sunbeam verkauft. Die Geschäfte liefen recht gut, bis der Beginn der Weltwirtschaftskrise STD unglücklich nach der Entwicklung eines teuren Achtzylinder Automobils erwischte und an den Rand der Insolvenz führte. 1929 konnte durch kleinere und günstigere Modelle der Konkurs noch einmal abgewendet werden.

Diese Aufschubzeit währte allerdings nur bis 1935, die britische Rootes Gruppe, die schon über die Marken Hillmann und Humber verfügten, kaufte die Reste von Sunbeam-Talbot-Darracq auf. In der Folgezeit wurde der Name Sunbeam-Talbot noch bis Mitte der 50er Jahre verwendet, danach entschloss man sich den Namen Talbot ganz weg zu lassen.

Die französische Niederlassung von STD in der Nähe von Paris wurde 1935 durch den italienischen Industriellen Antonio Lago übernommen und die Modelle vorerst unter dem Markennahmen Talbot-Lago weiter gefertigt.

Unter der Leitung von Lago wurden interessante neue Modelle entwickelt, die auch dem Motorsport der damaligen Zeit ihren Stempel aufdrückten. Siege in Le Mans und die Herstellung von Sportwagen verschafften der Marke Talbot-Lago ein sportliches, aber auch teures Image. Die Produktion der Fahrzeuge, die immer mehr auf den Motorsport ausgerichtet wurden verlief damit auch nur in Kleinserien.

Im Motorenbereich arbeitete Talbot-Lago erfolgreich mit BMW, verbautes Triebwerk V8 mit 2,5 Liter Hubraum, und in Bezug auf die Langstreckenrennen auch mit Maserati zusammen.

Leider sank der Absatz der Fahrzeuge kontinuierlich, andere Hersteller brachten Massenprodukte für den Rennsport, die sehr teuren Talbot-Lago wurden immer schwerer verkäuflich. Ende der 50er Jahre gab Lagos auf, die Verluste waren zu groß, die Marke Talbot verschwand für viele Jahre vom Markt.

Erst mit dem straucheln des US amerikanischen Konzerns Chrysler in Europa Ende der 70er Jahre kam der Markennahme Talbot wieder ins Gespräch. Bis 1970, unter der Führung von Chrysler, die um Absatzmärkte in Europa verstärkt erschließen zu können, die Aktienmehrheit von Simca erworben hatten, war Talbot in Vergessenheit geraten.

Um die Krise bewältigen zu können, zog sich der amerikanische Automobilhersteller aus Europa zurück. Der PSA Konzern, Peugeot und Citroën, übernahm Chrysler Europa und damit auch die Namensrechte an Simca und an Talbot.

Die Übernahme wird ein gewaltiger finanzieller Kraftakt an dem PSA fast scheitert. Trotz alledem versucht man bei PSA die sportliche Vergangenheit wieder aufleben zu lassen und gründet 1980 das Formel 1 Team Talbot-Ligier, das von einem Matra Triebwerk befeuert wurde.

Lange hielt der PSA Konzern die unheimlichen finanziellen Verluste allerdings nicht durch. Um das Firmenkonstrukt wieder etwas schlanker zu gestalten, wurde Talbot Mitte der 80er Jahre wieder ausgegliedert und der Markenname Ende der 80er Jahre in Europa und Mitte der 90er Jahre in Großbritannien vom Markt genommen. Die Fahrzeuge wurden dann als Peugeot oder Citroën verkauft. Seit dieser Zeit ist das Label Talbot komplett vom Markt verschwunden.

Artikel vom 190807 / Last modified 080716

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