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Brennabor, Automarke aus Brandenburg

Markenlogo Brennabor

Das Logo von Brennabor

Brennabor 6/20 von 1926

Der Brennabor 6/20 von 1926
Rennwagen Brennabor 6/20 Kompressor
Brennabor 6/20 aus Brandenburg



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Der Vorgänger der Firma Brennabor wurde 1871 in Brandenburg an der Havel von den Gebrüdern Hermann, Carl und Adolf Reichstein gegründet. Gebrüder Reichstein war wiederum Nachfolger der Firma Eduard Reichstein.

Schon zu dieser Zeit stellten die Gründer Kinderwagen, Korbwaren und Spielzeug her. Die gesamte Produktpalette, wie auch die Fahrräder, wurde noch bis 1891 unter dem Namen Reichstein vertrieben.

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Erst mit der Fahrzeugmesse 1892 in Leipzig, sozusagen der Vorfahre der AMI, wurde Brennabor als Markenname für die dort vorgestellten Fahrräder etabliert. Auch die Firma Reichstein musste sich den Forderungen der modernen Zeit anpassen. Korbwaren, wurden aus der Produktion gestrichen und das Hauptaugenmerk auf die modernen Fahrräder gerichtet.

Zur Jahrhundertwende hat sich das „mit der Zeit gehen“ ausgezahlt, die Produktion von modernen Fahrrädern für Brennabor läuft hervorragend. Aus einer Einzelfertigung aus importierten britischen Einzelteilen wird eine florierende Serienproduktion.

Über dreißig Jahre bleibt Brennabor einer der größten Hersteller von Fahrrädern und Kinderwagen Europaweit, muss sich in Deutschland bei der Fahrradproduktion zu dieser Zeit nur Opel geschlagen geben.

Obwohl primär die Produktion von Fahrrädern und Kinderwagen die Firma ernährt, versuchen die Gebrüder Reichstein wiederum das Diktat der modernen Zeit zu verstehen und mit zu verfassen. Zur Jahrhundertwende beginnt die Entwicklung und Produktion von Motorrädern, schon zwei Jahre später, 1902, in Serie.

Ein Jahr später beginnt Brennabor mit der Einzelfertigung von Automobilen. Vorerst wurden Einzelteile von verschiedenen Herstellern mit eigenen Ideen zu Unikaten zusammengeführt, bis Carl Reichsstein jr. die Zukunft des Automobils erkannte und persönlich die Leitung der Automobilfertigung übernahm und forcierte.

Als 1908 die Serienfertigung von Automobilen anlief verfügte Brennabor schon über ein eigenes Rennteam, welches überaus erfolgreich den Namen Brennabor weltweit bekannt machte. Bis 1926 wurden zahlreiche Siege bei internationalen Rennen errungen. Selbst Carl Reichstein jr. konnte sich dem Motorsport nicht entziehen und nahm 1926 auf einem Brennabor 6/20 Kompressor Rennwagen am legendären AVUS Rennen teil.
(Bilder: Teilrestaurierter Rennwagen 6/20 von Carl Reichstein)

Nach dieser Zeit zog man sich nicht komplett aus dem Rennsport zurück, legte aber das Augenmerk verstärkt auf Ausdauerrennen und Zuverlässigkeitsprüfungen, um dem potentiellen Kunden die Qualität von Brennabor Automobilen aufzuzeigen.

Von 1914 bis 1919 wird die Produktion von zivilen Gütern gedrosselt und die der Automobile ganz eingestellt. Die Herstellung von Rüstungsgütern wird alleiniges und lukrativstes Standbein. Aus dieser Gewinnzone heraus kann die Technikabteilung die Forschung voran treiben, die Motorradentwicklung wird forciert und modernisiert und bleibt damit die Haupteinnahmequelle nach der Rüstungsgüterfertigung.

Ab 1919 wurde die Automobilproduktion wieder aufgenommen und bis 1921 so forciert, das Brennabor zeitweise der größte Automobilhersteller Deutschlands war, fast jedes dritte Automobil kam aus Brandenburg, bis dieser Ruhm an Opel abgegeben werden musste.

Schon 1919 schloss sich Brennabor mit Hansa-Lloyd, die später von Borgward übernommen wurden, und NAG zur Gemeinschaft Deutscher Automobilfabriken GDA zusammen, die einen Interessenverband zur Automobilfertigung bildeten.

Die Automobilproduktion lief ausgesprochen gut, Luxus- und Mittelklassemodelle brachten den Umsatz und bildeten das Kerngeschäft, sorgten allerdings auch für den rasanten Niedergang zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise als Autos zu puren Luxus wurden und man versäumt hatte preiswerte Kleinwagen mit anzubieten.

Resultat war 1932 die Liquidation des Familienunternehmens Brennabor und die Gründung der Brennabor AG hauptsächlich durch Investoren und Gläubiger. Die Automobilproduktion wurde zu Gunsten der Rüstungs- und Motorradproduktion nach mehreren missglückten Versuchen moderne Fahrzeuge zu entwickeln eingestellt.

Bis 1945 wurden ohne Unterbrechung Waffen, Rüstungsgüter, Motorräder und Fahrräder produziert, nach dem zweiten Weltkrieg, Brandenburg an der Havel lag in der russischen Besatzungszone, wurde fast das komplette Werk als Reparationsleistung demontiert.

Damit endet die Geschichte von Brennabor, einer innovativen und erfolgreichen Automobilmarke, die nicht nur Weltweit bekannt und geschätzt war, sondern auch den Automobilrennsport in Deutschland mit bekannt und beliebt machte. Lediglich der Markenname Brennabor wurde für höherwertige Fahrradmodelle wieder aus der Taufe gehoben, ob und wann jemals wieder Ambitionen in der Automobilbranche geplant sind bleibt zweifelhaft.

Artikel vom 170411 / Last modified xxxxxx

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